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| Einwendungen gegen die aktuelle Planung der Staatsstraße 2063 neu |
Stand: 31.05.1999
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Die Staatsstraße 2063 neu wird, wenn sie gebaut werden sollte, nach (inzwischen veralteten) Prognosen wenige Straßen geringfügig entlasten, anderen Straßen mit Wohnbebauung deutlich mehr Verkehr bescheren und insgesamt erheblich mehr Verkehr in das Würmtal ziehen. Wir versuchen nun, unseren Einfluß geltend zu machen, um die Chancen für eine umweltverträglichere Gestaltung des Verkehrsnetzes Würmtal zu verbessern:
Leserbrief v. 31.05.99, veröffentlicht:
Der Arbeitskreis Mobilität der Agenda 21 befaßt sich seit 2 Jahren mit Überlegungen, wie dem steigenden Verkehrsaufkommen im Würmtal beizukommen ist. Durch Zufall fiel uns ein SZ-Artikel vom 1.2.1993 über die UMWELTVERTRÄGLICHKEITSPRÜFUNG VERKEHRSNETZ WÜRMTAL (UVP) in die Hände. Die Studie war leicht zu beschaffen, liegt sie doch in jedem Würmtalrathaus in einer Schublade. Im Jahre 1989 hatten alle Würmtalgemeinden plus Starnberg und Pöcking gemeinsam diese Studie in Auftrag gegeben. Aufgabenstellung: Suche nach umweltverträglicher Verkehrsabwicklung im Untersuchungsraum.
Die Studie wurde erstellt (Kosten?), vorgestellt und weggestellt. Aber nicht nur von den Auftragsgemeinden wurde sie fortan so gut wie nicht beachtet, ihre Empfehlungen fanden auch keinen Eingang in die Planungen der Staatsregierung zur St 2063 neu. Diese Trassenführung, so wie sie heute von der Staatsregierung geplant ist - mit Anbindung an die Autobahn Lindau - wird nämlich im empfohlenen Szenario 2 der UVP als nicht wünschenswert abgelehnt.
Erst kürzlich hat sich der Gemeinderat Gräfelfing auf Betreiben des AK Mobilität für eine Fortschreibung der UVP ausgesprochen. Auf der Grundlage von aktualisierten Daten und unter Berücksichtigung der bereits realisierten oder geplanten Ansiedelung von Forschungseinrichtungen (Martinsried), Gewerbegebieten (Krailling, Oberpfaffenhofen), und Wohnbebauung (Freiham), sollen für den Raum Würmtal neue Lösungsansätze erarbeitet werden. Der AK Mobilität rechnet mit der Zustimmung der Gemeinden Planegg und Neuried zur UVP-Fortschreibung.
Doch hat das überhaupt noch Sinn, wenn Gräfelfing bedingungslos der von der Regierung geplanten Trasse der St 2063 neu zustimmt? Was, wenn die UVP-Fortschreibung zu dem Ergebnis kommt, die St 2063 neu sei in der vorliegenden Trassenführung abzulehnen?
Wir vom AK Mobilität können uns kein anderes Ergebnis einer Studie vorstellen, die sich mit allen Aspekten des motorisierten Verkehrs beschäftigt und nachhaltige Lösungen anstrebt. Es muß endlich Schluß gemacht werden mit dem Mythos, daß zusätzliche Straßen das Verkehrsproblem lösen können. Jeder Stadt- und Verkehrsplaner kann eine Reihe von Beispielen aus dem Ärmel schütteln, wo Alternativen realisiert wurden. Aber dazu braucht es Mut, Weitblick und Fantasie.
Zitate aus der UVP: „Die mit dem starken Kraftfahrzeugverkehr verbundenen Schadstoff- und Lärmemissionen führen zu teilweise erheblichen Belastungen des Untersuchungsgebiets. Am meisten von der verkehrsbedingten Lärmbelastung beeinträchtigt, bezogen auf die Bevölkerungszahl, sind die Gemeinden Gräfelfing und Planegg.“
Die letzten Sätze im Fazit der UVP lauten: „Auf der Grundlage des Untersuchungsergebnisses ergibt sich vor allem aber auch die Empfehlung, für alles weitere Handeln eine politische Vorgabe zu schaffen, nach der der Kfz-Verkehr zu vermindern und seine Fahrgeschwindigkeiten zu senken sind. An diesen Vorgaben wären alle weiteren Planungen, Maßnahmen und Mittelzuweisungen zu orientieren.“
Ist die UVP deshalb in der Versenkung verschwunden? Wo bleiben die Umsetzungskonzepte?
Wir empfehlen allen Bürgerinnen und Bürgern dringend, Einwendungen gegen die Staatsstraße 2063 neu zu erheben (In Gräfelfing bis 9.6.99, in Planegg bis 12.7.99). Nur so erreichen wir, daß über andere Verkehrskonzepte nachgedacht wird.
Das Motto muß sein:
Katrin Möhle
Lotar Krahmer
Einwendungen einiger Gräfelfinger Bürger
Zum Planfeststellungsverfahren zur Staatsstraße 2063 neu, Tektur vom 1.12.1998 erheben die unten aufgeführten Personen hiermit fristgerecht folgende Einwendungen:
Die in Aussicht gestellte Entlastung der Pasinger Straße gleicht die Mehrbelastung des dichter besiedelten Gebietes Würmtalstraße nicht aus, da in der Pasinger Straße überwiegend Gewerbe angesiedelt ist, während in der Würmtalstraße hauptsächlich Wohnbebauung besteht. Die relativ gering vorhergesagte Entlastung um ca. 4.900 bis 9.000 Kfz/Tag auf ca. 13.000 Kfz/Tag „läßt keine erheblichen Rückbaumaßnahmen zu“ (UVP-Bericht S.42). Zusätzlicher Verkehrsdruck durch allgemeinen Anstieg des Verkehrs und die Anbindung der A96 an die A99 machen den prognostizierten Entlastungseffekt zunichte.
In der Lochhamer Straße in Gräfelfing ist mit einer Mehrbelastung von ca. 7% zu rechnen. Dies läuft den Planungen der Gemeinde Gräfelfing - Verkehrsberuhigung des Jahnplatzes und der Aubinger Straße, Bau von ca. 50 Wohnungen in der Lochhamer Straße - zuwider.
Wir wenden uns entschieden gegen diese Tektur, da Entlastung im günstigsten Fall nur für Straßen mit überwiegend gewerblich genutzter Bebauung erreicht wird (Pasinger Straße), während Straße mit überwiegender Wohnbebauung (Lochhamer Straße und Würmtalstraße in Gräfelfing, Münchner Straße in Planegg) mit Mehrbelastung zu rechnen haben (Prof. Kurzak).
Der Wert des als Naherholungsgebiet genutzen Grünzugs zwischen Planegg/Martinsried und Gräfelfing wird stark beeinträchtigt. Der Wegfall der Tieferlegung der Trasse in diesem Bereich verstärkt diesen Effekt erheblich. Um den Naherholungswert im Fall der Realisierung der Tektur auch nur annähernd zu erhalten, ist eine Trassenführung in einem Tunnel unabdingbar. Das würde dem Lärmschutz sowohl in der Röntgenstraße als auch im südöstlichen Bereich von Gräfelfing dienen.
Wir beantragen deshalb eine Trassenführung zwischen Würmtalstraße und Münchner Straße in einem Tunnel.
Die nunmehr vorgelegte Tektur der St 2063 neu verfehlt die Erfordernisse der landesplanerischen Beurteilung zum ROV vom 19.04.88: „In Wohn- und Erholungsgebieten ist ein bestmöglicher Immissionsschutz, erforderlichenfalls durch Tieferlegung der Straße, anzustreben.“
Auflagen und Maßgaben aus dem ROV wurden eindeutig nicht befolgt. Deshalb fordern wir, die Tektur gemäß den Vorgaben des ROV zu überarbeiten.
Die Trassenführung der vorliegenden Tektur zerschneidet den als Naherholungsgebiet genutzten Bannwald „Lochhamer Schlag“. Durch die weitgehende Vernichtung des Trenngrüns wird die Qualität unseres Wohnumfeldes erheblich reduziert. In der UVP-Verkehrsnetz Würmtal wird im Szenario 2 - und nur dieses prognostiziert Verkehrsentlastung - eine Trassenführung ohne Anbindung an die A96 positiv bewertet.
Die vorgelegte Tektur wird von uns abgelehnt, weil sie den Ergebnissen der UVP Verkehrsnetz Würmtal zuwiderläuft.
Zur vorliegenden Tektur existiert keine gültige Verkehrsuntersuchung. Die Verkehrsuntersuchung von Prof. Dr.-Ing. H. Kurzak vom 3.5.1996 (VU96) ist für die vorliegende Tektur nicht ausreichend aussagekräftig, weil sie die nunmehr aktuellen Planungen eines Wissenschaftszentrums im Osten Martinsrieds sowie Neubau bzw. Planung von Gewerbegebieten in Krailling und Oberpfaffenhofen nicht berücksichtigt. Damit beruht die vorliegende Tektur auf unzutreffenden Daten.
Wir beantragen deshalb die Durchführung einer Verkehrsuntersuchung unter Berücksichtigung der veränderten Rahmenbedingungen als Grundlage für eine neue Tektur.