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AK Mobilität
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Vorschläge für Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung öffentlicher Verkehrsmittel
Stand: 24.05.1999

Bei der gegenwärtigen Auslastung der MVV-Buslinien im Würmtal ist, wie berichtet wurde, zu befürchten, daß das Busangebot in etwa einem Jahr reduziert werden muß. Der Vorschlag, eine professionelle Werbekampagne zugunsten stärkerer Busbenutzung zu starten, findet daher unsere volle Zustimmung. Wir möchten einige weitere Vorschläge beitragen, die uns geeignet erscheinen, mehr Würmtaler zum Busfahren zu bewegen. Ein wichtiges Ziel wäre die Schaffung eines „Wir“- Gefühls. Wir: Würmtalbürger, MVV, Gemeinderäte, Geschäftsleute, ... schaffen uns „unser“ Busnetz, um möglichst bald weniger als bisher auf das Auto angewiesen zu sein.

Durch eine möglichst große Anzahl unterschiedlicher, zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmter Aktionen sollten die Bürger mit „ihrem“ Busnetz vertraut gemacht werden. Gerade Wenigfahrer müssen dabei erkennen können, daß sie es sind, die die Rentabilität des Busnetzes beeinflussen und womöglich für eine Reduzierung des Angebots verantwortlich sind: Wenn sie meist unüberlegt ihr Auto benutzen, obwohl sie bestimmte Fahrten gleich gut mit dem Bus hätten erledigen können. Positiv ausgedrückt: Wenn wir unser Busnetz eifrig benutzen, aber nur dann, werden wir ein noch besseres bekommen.

Die Vorschläge sind nach den Organisationen gegliedert, in deren Hauptzuständigkeit die Realisierung läge. Für eine Bewertung der Vorschläge auf Realisierbarkeit, zur Kostenermittlung und zur Ausarbeitung konkreter Arbeitsanleitungen für die Realisierungen in Zusammenarbeit mit den realisierenden Organisationen sollte von den beteiligten Gemeinden ein unabhängiges Büro beauftragt werden, das Erfahrung mit Wechselwirkungen von Gestaltung, Werbung für und Nutzungshäufigkeit von öffentlichen Verkehrsnetzen hat.

Inhaltsübersicht:

  1. Allgemeine Vorschläge / zuständige Organisation z.T. unklar
  2. Maßnahmen von MVV und Busunternehmen
  3. Maßnahmen der Würmtalgemeinden
  4. Maßnahmen von Betrieben und Institutionen mit Publikumsverkehr
  5. Slogans, z.B. für Werbezwecke zu verwenden


  1. Allgemeine Vorschläge / zuständige Organisation z.T. unklar
Netzbereich

Zum Würmtal-Konzept gehören lt. Fahrplan die Gemeinden Neuried, Gräfelfing, Planegg und Krailling. Zum „Lebensraum Würmtal“ sind zweifellos auch Gauting und Stockdorf zu zählen; sie sollten daher im Fahrplan, bei der Netzgestaltung und bei Werbemaßnahmen einbezogen werden.

Ansprechpartner

Im Fahrplan „Buskonzept Würmtal“ sind für jede Gemeinde Ansprechpartner angegeben. Vielleicht wäre es sinnvoller, eine zentrale Anlaufstelle mit einprägsamem Namen für alle Fragen, Anregungen und Probleme der Fahrgäste im MVV-Teilnetz Würmtal zu haben. Postanschrift im Würmtal, ansprechbar telefonisch und evtl. in Sprechstunden. Träger könnten die Gemeinden oder der MVV sein.

Wettbewerb „Aktionsvorschläge zur Attraktivitätssteigerung“

Es gibt sicher noch mehr Möglichkeiten, die Attraktivität des MVV zu steigern, als in der hier vorgelegten Liste dargestellt. Als erste Maßnahme sollte ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben werden: Aktionen, Gestaltungsvorschläge für „unseren“ Bus, Werbesprüche...

Teilnahmeberechtigt sind alle Würmtalbewohner. Als Preise winken zwei MVV-Jahresnetzkarten, davon wird eine durch eine Jury für den originellsten oder erfolgversprechendsten Vorschlag vergeben, die zweite wird unter allen Teilnehmern verlost.

Werbung

Bisher ungenutztes Medium: Dias in der örtlichen Kinowerbung.

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  1. Maßnahmen von MVV und Busunternehmen
Busfahrer-Freundlichkeitsschulung mit Erfolgskontrolle

Fast jeder Busbenutzer hat schon recht unerfreuliche Dialoge von Fahrgästen und Busfahrern miterlebt; wir möchten auf die Sammlung solcher Geschichten gern verzichten. Es kann jedoch nicht angehen, daß Busbenutzer so unfreundlich behandelt werden, daß sie das nächste Mal lieber mit dem PKW fahren. Die Fahrer müssen erkennen, daß sie ihren Arbeitsplatz gefährden, wenn sie - gleichgültig, ob bewußt oder ungewollt - Fahrgäste vergraulen. Fahrgäste sind nicht Störung ihrer Arbeit, sie sind ihr Sinn und Zweck.

Anreize zu einem kundenfreundlicheren Verhalten könnten z.B. von einer ständigen Aktion „Wir suchen den freundlichsten Busfahrer des Monats (des Jahres ?)“. Dies erfordert Namensschilder der Fahrer. Fahrgäste werden gebeten, über positive Einzelerlebnisse oder über kontinuierlich überdurchschnittlich freundliches Verhalten der Fahrer an eine zentrale Stelle zu berichten; dem „Sieger“ winkt eine Geldprämie, unter den mitmachenden Fahrgästen wird ein kleiner Preis verlost. Zur Sammlung negativer Erlebnisse muß nicht aufgefordert werden, hierfür werden unzufriedene Benutzer die veröffentlichte Anschrift zu nutzen wissen.

Fahrer können z.B. glänzen durch zuverlässige Auskünfte infolge von Ortskenntnis, hilfreiche Durchsagen über tageszeitlich unterschiedliche Fahrziele, ggf. über das Maß der aktuellen Verspätung und die Chancen, trotzdem bestimmte Anschlüsse zu erreichen u.v.a.m.

Attraktives Erscheinungsbild der Fahrzeuge

Wer regelmäßig Busse im Würmtal benutzt, kann beobachten, daß Defekte in den Bussen oft wochen- oder monatelang nicht behoben werden: Die Fahrtzielanzeige an der Frontseite ist defekt und wird durch ein handgemaltes Schild hinter der Windschutzscheibe ersetzt, die Haltestellenanzeige innen funktioniert nicht, Sitze sind beschädigt. Solche Zustände kann der Fahrgast nur als Signal empfinden: „Daß Ihr überhaupt Bus fahrt, ist uns eh’ schon zu teuer“.

In den Bussen müssen sich die Fahrgäste wohl fühlen können. Dieser Effekt ist offenbar ganz überraschend mit den kleinen Fahrzeugen in Krailling erreicht worden: Bei freundlicher Innenausstattung und mit einer freundlichen Fahrerin trifft man Nachbarn auf dem Weg zum Einkaufen oder zur S-Bahn. In „unserem“ Bus, da ist es schön - das muß der Fahrgast im Würmtal erleben, damit er gern wiederkommt.

Allgemeiner Zustand der Haltestellen

Noch immer sind viele Haltestellen ungemütlich, zugig, nicht überdacht. Hier zwanzig, vierzig oder gar sechzig Minuten Wartezeit zu verbringen, wird jeder, der andere Wahlmöglichkeiten hat, als unzumutbar empfinden.

Die Wartezeit sollte erträglicher und interessanter werden. Eine Möglichkeit könnte das Anbringen von Schaukästen sein, in denen anstelle großformatiger Werbung für Massenprodukte vielfältige Informationen mit lokalem Bezug untergebracht werden: Informationen örtlicher Vereine, kleine Ausstellungen z.B. aus dem Kunstunterricht von Schulen, Gemeindenachrichten, der Lokalteil von Zeitungen, Werbung von Geschäften aus der näheren Umgebung, Mitteilungen der Lokalen Agenda 21 und vieles andere mehr. So könnte manche Haltestelle ihr eigenes Gesicht bekommen. „Steig doch mal in der Bräuhausstraße aus, da ist im Schaukasten gerade...“

Fahrpläne an Haltestellen

Eine schwerwiegende Hemmschwelle zur Busbenutzung liegt in der Notwendigkeit, sich über die Abfahrtzeit des nächsten Busses zu informieren. Dieser Vorgang muß dem Fahrgast so leicht wie möglich gemacht werden, denn er muß sich u.U. innerhalb weniger Sekunden entscheiden, welcher von mehreren Buslinien für ihn die günstigere ist.

Fahrpläne sind jedoch oft schlecht lesbar, bei Regen und Dunkelheit überhaupt nicht erkennbar oder so angebracht, daß man beim Lesen dem ankommenden Bus den Rücken zuwendet. Mit etwas Pech wird man vom Fahrer nicht gesehen - diese Angst nimmt dem Fahrgast die Ruhe, den Fahrplan zu studieren. Die Anbringung der Abfahrtpläne ist an allen Haltestellen zu überprüfen und ggf. zu korrigieren. Sie müssen lesbar sein ohne Lupe, ohne Taschenlampe, ohne Leiter, auch bei Regen und Dunkelheit.

Zuverlässigkeit von Umsteigebeziehungen

Umsteigepunkte, bei denen die Fahrpläne bestimmter Linien aufeinander abgestimmt sind, sollten in Fahrplänen entsprechend gekennzeichnet sein. Wenn ein Bus Verspätung hat, so daß das Erreichen des Anschlusses nicht gesichert ist, sollte der Fahrer über Lautsprecher die Fahrgäste fragen, ob jemand auf diesen Anschluß angewiesen ist, und dann ggf. über Funk mit dem Kollegen des anderen Busses abklären, ob er warten kann. In Hamburg wird dies mit Erfolg praktiziert.

Fahrpläne in Bussen

Innerhalb der Busse sollten - zumindest in Gebieten mit geringerer Netzdichte - der Linienverlauf, der Fahrplan dieses Busses und die Abfahrtzeiten von Linien einsehbar sein, in die man umsteigen kann.

Merkbare Fahrzeiten

Der Fahrgast braucht Abfahrtzeiten, die er sich leicht merken kann. Dies wird nicht erreicht beim 40-Minuten-Takt, insbesondere nicht bei Variation um wenige Minuten zu verschiedenen Tageszeiten oder an verschiedenen Tagen. Beispiel: Bus 67, Weinbuchweg Richtung Waldfriedhof, Mo-Fr: 20-Minuten-Takt von 5:36 bis 18:56, dann 19:14 bis 20:54, weiter 21:36, 22:16...

Dem Fahrgast, der hier zu spät kommt, erscheint auf der Rückseite des davonfahrenden Busses die Aufschrift „Ätsch, bist eh’ der Depp!“ Solche Variationen sind extrem kundenfeindlich und müssen abgestellt werden, auch wenn der Busbetrieb dadurch etwas teurer werden sollte.

Darstellung von Haltestellen in topographischen Ortsplänen; Umgebungspläne

Das Liniennetz im Umschlag des Würmtal-Fahrplans ist recht klein und sehr schematisch; man kann daraus schlecht ableiten, wo sich die jeweiligen Haltestellen wirklich befinden. Besonders schwierig wird dies, wenn Buslinien je nach Tageszeit verschiedene Strecken befahren, an den Verzweigungsstellen. Dies ist auch an den Bushaltestellen kaum erkennbar, so daß man leicht an der falschen Kreuzungsecke wartet und so den Bus verpaßt.

Hilfreich wären stark vergrößerte Umgebungspläne an jeder Haltestelle, denen man die Abfahrtstellen und die Namen der umliegenden Straßen entnehmen kann.

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  1. Maßnahmen der Würmtalgemeinden
Werbung pro Würmtal-Buskonzept

Eine professionelle Werbekampagne sollte das Image des öffentlichen Verkehrsnetzes heben, die Netzstruktur besser bekanntmachen, ... Sie muß zielgruppenorientiert gestaltet werden und überwiegend auf die psychologische Situation derer zugeschnitten sein, die das Busnetz bisher nicht oder nur selten benutzen.

Dabei sollte nicht verschwiegen werden, daß wir eine mögliche Verringerung des Angebotes schließlich denen zu verdanken hätten, die aus Bequemlichkeit ihre Wege grundsätzlich auch dann mit dem PKW zurücklegen, wenn öffentliche Verkehrsmittel in zumutbarer Weise zur Verfügung gestanden hätten.

Aktionen

Die Werbung könnte durch besondere Aktionen unterstützt werden, die dem Busfahren einen Erlebniswert geben; Busfahren im Würmtal muß ein interessanter Gesprächsstoff werden. Vorschläge könnten durch einen Ideenwettbewerb gesammelt werden.

Beispiele:

( Zu bestimmten Veranstaltungen in München (Konzerte, Theater, Sport, ...) werden (zunächst kleine) Kartenkontingente in den Gemeinden verkauft, wobei MVV-Karten enthalten und insbesondere passende Bus- und U-Bahn-Verbindungen (fahrplanmäßig) ausgewiesen sind. In diesen Bussen treffen sich dann schon etliche Besucher derselben Veranstaltung; unterwegs wird diesen ein kleines Vorprogramm (Musik von CD? Kleinkunst-Lifeprogramm? Autogrammstunde von Mitwirkenden? ...) geboten. Die Rückfahrtmöglichkeit zu einem passenden Zeitpunkt nach dem tatsächlichen Ende der Veranstaltung (mit / ohne Zeit für Restaurantbesuch?) wird in geeigneter Weise organisiert und somit garantiert.

Effekt, wenn’s funktioniert: Die Veranstaltung beginnt schon und endet erst an der eigenen Bushaltestelle. Man hat auf der Rückfahrt Gesprächspartner aus der Nachbarschaft, Gesprächsstoff ist die Veranstaltung selbst - eine ideale Möglichkeit, Kontakte zu Menschen aus der nahen Umgebung mit ähnlichen Interessen zu knüpfen.

Ein Quiz mit mehreren Aufgaben und attraktiven Gewinnmöglichkeiten könnte veranstaltet werden; die Antworten findet nur, wer innerhalb von 1-2 Wochen wenigstens an zwei verschiedenen Tagen mit dem Bus fährt und sich auf ein kleines Fahrplanstudium einläßt. Die doppelte Gewinnchance erhält, wer höchstens drei Monate vor dem Quiz ein Monatskarten-Abonnement bestellt hat.

Kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit

Über alle, auch kleine Verbesserungen im öffentlichen Verkehrsnetz sollte in der Presse ausführlich - möglichst mit Fotos - berichtet werden.

Haltestellenpläne

Die Aushangfahrpläne könnten im Einzugsbereich der jeweiligen Haltestellen an die Haushalte verteilt werden; dies sollte unbedingt geschehen bei Einrichtung neuer Haltestellen.

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  1. Maßnahmen von Betrieben und Institutionen mit Publikumsverkehr
Fahrplanaushang

Seit kurzem können die Aushangfahrpläne beliebiger Haltestellen von jedermann via Internet abgerufen und ausgedruckt werden. Dieses sollte bekanntgemacht und Betriebe, Behörden, Büchereien, Gaststätten etc. aufgefordert werden, die aktuellen Fahrpläne der umliegenden Haltestellen für Mitarbeiter und Besucher gut sichtbar auszuhängen. So kann man noch im Haus klären, ob man sich mit dem Gang zur Haltestelle eher Zeit lassen oder beeilen sollte.

Adresse: http://www.mvv-muenchen.de/cgi-bin/mvv_frame.pl

Vielleicht finden sich in den verschiedenen Gemeindegebieten auch Firmen, die bereit sind, für Nachbarfirmen ohne Internetzugang die Abfahrtpläne gegen Erstattung der Kosten bereitzustellen. Die Vermittlung könnte durch kleine Hinweise auf den Abfahrtplänen an den Haltestellen erfolgen.

Vergünstigungen für Mitarbeiter, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen

Firmeneigener Grund kann produktiver genutzt werden, als ihn Mitarbeitern als Parkplatz zur Verfügung zu stellen. Durch Zuschüsse zu MVV-Karten kann die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefördert und so auch die Häufigkeit von Wegeunfällen reduziert werden.

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  1. Slogans, z.B. für Werbezwecke zu verwenden
Eine Fortschreibung der folgenden Auflistung könnte ebenfalls Gegenstand eines Wettbewerbs um Ideen zur Attraktivitätssteigerung sein: Zur Übersicht